Leben in China

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Eigentlich hatte ich den Beruf eines Flugzeugmechanikers gelernt und später die Meisterprüfung abgelegt. Die Lehre absolvierte ich als ziviler Lehrling bei der Bundeswehr, den Meisterlehrgang besuchte ich als Soldat.

Später hatte ich noch die Gelegenheit einen Abschluss als Bürokaufmann bei der Bundeswehr zu erlangen und habe letztlich noch Berufsabschlüsse als Nachrichtengerätemechaniker und Informationselektroniker nach einem Umschulungslehrgang abgelegt.

Als Flugzeugmechaniker lernt man sehr genau und sauber zu Arbeiten, wird mit Mechanik, Hydraulik, Pneumatik, Motorenkunde und Elektrik vertraut und lernt Verantwortung für Mensch und Maschine zu tragen.
Als eine Art Hobby habe ich in der Freizeit auch schon während meiner Lehre noch in einem Betrieb gearbeitet, der Flugzeuge aus dem 1. und 2. Weltkrieg nachgebaut und restauriert hat. Dabei habe ich neben der Genauigkeit und Sauberkeit auch noch das Improvisieren und das Arbeiten unter schwierigsten Bedingungen gelernt.
Viele unserer Maschinen waren flugfähig (und wir flogen sie, und wie!) und eines der Flugzeuge, das ich seinerzeit baute, hängt heute im Deutschen Museum in München.

Ab 1985 bis 1987 war ich als Servicetechniker in Deutschland und Europa tätig. In der Hauptsache installierte ich Spezialmaschinen, nahm in Betrieb und beseitigte Stoerungen. Dabei kamen mir meine Kenntnisse in Mechanik, Hydraulik und Pneumatik und der Elektrik sehr zu Gute.

Von 1987 bis 1989 besuchte ich einen Umschulungslehrgang zum Informationselektroniker. In diesem Lehrgang wurden die Kenntnisse in allgemeiner Elektrotechik vertieft und zusätzlich lernte ich sehr viel Neues in der Elektronik. Speziell das Gebiet der Digitaltechnik ist sehr spannend. Als Richtungsweisend für mich erwies sich das Kennenlernen von Programmiersprachen und das Erlernen der SPS- und CNC-Technik.

1989 wechselte ich dann in den internationalen Service, war überwiegend in Asien tätig, hatte aber viele Einsätze weltweit. Anfangs leitete ich meist die Montagen und Installationen der Maschinen und wurde mehr und mehr mit der anschliessenden Inbetriebnahme betraut. Die Steuerungssysteme waren einfache Schützsteuerungen, SPS bis hin zur vernetzten SPS mit Visualisierung. (SPS meist Siemens, aber auch Bosch, Kloeckner Möller, Mitsubishi, Allen Bradley u.a.)
Ab 1996 betreute ich ganze Projekte von der Vorbereitung über die Konstruktion, Auslieferung bis hin zu Montage, Inbetriebnahme und Übergabe an den Kunden in der Textilmaschinen-, Spezialmaschinen- und Automobilindustrie. Mehr und mehr konzentrierte sich mein Tätigkeitgebiet auf Asien, speziell China, Thailand und Indonesien.

Seit 1998 lebte ich ständig in Shanghai und habe von Shanghai aus sehr interessante und unterschiedliche Projekte in verschiedenen Industrien betreut.
Dabei sind meine breiten technischen Kenntnisse und mein Verständnis für die asiatische Kultur gewinnbringend für den Auftraggeber, den Kunden und für mich.
Beständig versuche ich dabei eine Brücke zwischen den Kulturen zu bauen. Es war oft nötig die einheimischen Kunden, Montage- und Wartungsfirmen mit der westlichen Technologie vertraut zu machen und das Verständnis für Pflege und Wartung und westliche Arbeitsmethoden zu wecken.
Im Gegenzug muss oft in europaeischen Betrieben die Besonderheit der asiatischen Arbeitswelt vermittelt werden und der von mir zitierte Satz: "In Asien ist Alles möglich, aber Nichts ist einfach" war schon oft zu hören.
Natürlich ist das Arbeiten in gänzlich fremden Umgebungen und Bedingungen mit besonderen Reizen verbunden, die manchmal schon fast unglaublich erscheinen.
Aber das erweitert den Horizont und man kann Dinge, auch über sich selbst lernen, von denen man niemals auch nur träumen konnte. Nicht zuletzt ist das ja auch ein Grund, warum man in China als europäische Fachkraft etwas mehr verdient, als z.B. in Deutschland in einer vergleichbaren Position.
Obwohl es ja eigentlich vergleichbare Positionen gar nicht gibt, denn wo muß sich ein leitender, technischer Angestellter mit Problemen wie in China herumschlagen.

Ein paar dieser kleinen und größeren Probleme, die den Alltag in China würzten, habe ich der Rubrik "Satire und Geschichten" untergebracht und ich versuche, öfter einmal eine neue Geschichte hinzuzufügen, was leider manchmal aus Zeitgründen etwas leidet.

Im Herbst 2011 wurde die berufliche Situation wieder angespannt, denn in meinem Bereich wurden die Aufträge aus dem Westen an chinesische Zulieferer immer weniger, was irgendwie auch verständlich ist. Die allgemeine Wirtschaftslage ist auch in China nicht mehr so toll und die Chinesen glauben nun wieder, daß sie es auch auch ohne Ausländer schaffen können. So wird der Umgangston rauher und die Bedingungen schlechter.
Nach so vielen Jahren hatte ich auch von meiner undankbaren Missionarsrolle so langsam genug und als ein sehr gutes Angebot aus Deutschland kam, überlegte ich nicht lange und griff zu.
Im November 2011 bin ich dann als "Vorauskommando" nach Deutschland gekommen und meine Familie kam dann im Februar 2012 nach.

 
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