Leben in China

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Familienleben

Familie

Wir lebten lange in einer Stadt, die unendlich viele Gesichter und Facetten hat.
Das Leben hier kann herrlich sein, aber auch ganz schnell unerträglich werden.

Es gibt unzählige Möglichkeiten oder auch fast gar keine, die für Expats ohnehin knappe Freizeit zu gestalten.
Das Leben hier ist in erster Linie von ständigen Veränderungen geprägt.
Heute ist da das Lieblingsrestaurant, morgen eine Baustelle und in einem Monat ein Hochhaus mit Büro's oder Wohnungen oder vielleicht eine Trasse für die Schnellbahn oder ein Teil der neuen Autobahn.

Das feucht-heiße Klima im Sommer und die nasskalten Winter machen Freizeitgestaltung schwierig und schränken Aktivitäten im Freien sehr ein.
Man trifft sich zu Essen in einem der zahlreichen und internationalen Restaurant, macht einen Einkaufsbummel in einem der zahlreichen und riesigen Einkaufszentren, geht zum Feiern in eine Bar oder schaut sich Filme von DVD oder vom Satelliten an. Sportliche betätigen sich im Fitness-Studio, von denen es unzählige gibt, unerschrockene Joggen.

Zum Glück gibt es in den Schulen ein reichliches Angebot an Sport und Bewegung, denn zu Hause bleibt dem Nachwuchs nach der Schule (von 8 - 16 Uhr) und den reichlichen Hausaufgaben oft nur der PC, die Spielekonsole und der DVD-Player.

Nachdem wir lange im Stadtzentrum gewohnt hatten, weil Papa's dort gearbeitet hat, sind wir 2003 in einen westlichen Randbezirk gezogen. Wir haben da ein Haus gefunden, das zwar auch die hier übliche sehr schlechte Bauqualität aufwies, fahrlässig schlecht isoliert war aber dafür den "Luxus" von etwas mehr Ruhe und etwas besserer Luft aufwies. Dazu war es auch noch um Einiges billiger und etwas besser ausgestattet, als die durchwegs überteuerten Wohnungen in der Innenstadt.
Wir sind dann noch einmal innerhalb des Compound umgezogen, bevor wir dann gewechselt haben.
Vor Allem weil inzwischen die Einrichtungen, ebenso wie die Häuser zunehmend verkamen und niemand sich veranlasst fühlte, etwas Zeit und Geld in die Pflege und Instandhaltung zu investieren.

Der Compound, in dem wir jetzt wohnen ist zwar einer der Ältesten, aber die Häuser werden regelmäßig saniert und die Einrichtungen sind gepflegt. Fast alle Häuser haben Isolierglasfenster und sind nach westlichen Bedürfnissen ausgestattet, das heißt wir haben Mülltonnen vor dem Haus, einen kleinen Garten, Einbauküchen mit einem Herd und Satellitenanschluß.
In der Umgebung gibt es viele, speziell auf "Westler" ausgerichtete Einkaufsmöglichkeiten, Restaurants und Freizeiteinrichtungen. Das Leben ist hier in einer internationalen Nachbarschaft ganz angenehm.

In Shanghai gibt es inzwischen ein sehr gut ausgebautes U-Bahnnetz und ein recht gutes Busnetz.
Bei der U-Bahn ist's leicht, bei den Bussen mitunter sehr schwierig, sich zurecht zu finden.
Die U-Bahn ist meist überfüllt, ebenso die Busse, die dazu oft noch in einem sehr, sehr schlechten Zustand sind.
Taxi's sind vergleichsweise billig, wenn auch mitunter nicht in bester Verfassung und die Fahrer sind eigentlich, wie überall auf der Welt, nicht immer am kürzesten Weg interessiert, manchmal kennen sie ihn auch einfach gar nicht.
In unserem Außenbezirk waren wir deshalb auf Taxis angewiesen und das wurde manchmal zu einem richtigen Problem, wenn es bei Regenwetter einfach kein Taxi gab. Wir haben uns also einen gebrauchten Jeep zugelegt, den wir relativ günstig, zusammen mit einer Zulassung bekamen. Die Zulassungen in Shanghai sind limitiert und kosten mittlerweile (05/09) an die 3600€. Benzin ist günstig (a. 0,6€/l), ebenfalls Versicherung und Steuer und die Reparaturen. Nachdem der Jeep dann immer öfter Gelegenheit zum Basteln für Papa oder den Mechaniker gab, haben wir ihn verkauft und uns einen neuen "Greatwall Pegasus" zugelegt. Ein chinesisches Produkt, wenig Sicherheit, veraltete Technik, aber sehr gut ausgestattet und bis auf kleine "Kinderkrankheiten" waren wir damit sehr zufrieden. Für die tägliche Fahrt zur Arbeit und die Touren zum Einkaufen und kleinere Wochenendausflüge war es ein tolles Auto.

Insgesamt bietet uns das Leben in Shanghai etwas "Luxus", den wir sonst nicht hätten, eine berufliche Tätigkeit, die eine einzigartige Herausforderung bietet, ein angenehmes Auskommen und für Charlie die Chance, eine gute Schulausbildung mit dreisprachigem Hintergrund in einer internationalen Atmosphäre zu bekommen.
Das wiegt die vielen Nachteile eines Lebens in einem Entwicklungsland mit all den Problemen und Unsicherheiten etwas auf.




 
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