Leben in China

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Umweltprobleme

in Shanghai

Selten sieht man in Shanghai einen wirklich klaren, blauen Himmel.
Nach einem Regen ist Alles mit einer Dreckschicht überzogen.
An der Kreuzung besser die Fenster schließen, es spucken viele aus dem Fenster oder werfen ihren Abfall aus dem Fenster. Mülleimer sind nur Dekoration - wir wollen ja die Straßenkehrer nicht arbeitslos machen.

Selten habe ich auf der Welt ein Volk gesehen, daß so mit seiner Umwelt und seinen Nächsten umgeht.
Dies würde man nicht vermuten, in einer Gesellschaft, die von sich selbst behauptet, eine der ältesten Kulturen zu besitzen.

Und so sieht das Leben mit "den strengsten Umweltgesetzen" dann in Wirklichkeit aus.
Die meisten dieser Aufnahmen wurden in unserer Nachbarschaft gemacht, wohlgemerkt in einer Gegend, in der die teuersten Villen stehen, die deutsche Schule und viele Ausländer beheimatet sind.
Ein Paradies für Mücken und Ratten.
Dabei kenne ich sehr viele Gegenden Shanghai's in denen es noch "wilder" aussieht, obwohl das kaum zu glauben ist.


Die Luftverschmutzung und die Gewässerverschmutzung kommt dabei auf diesen Bildern nur beschränkt zum Ausdruck.
In vielen Industriebetrieben gibt es nicht einmal die Andeutung von Umweltschutz. Abwässer eines Stahlwerkes (mit Säuren, Lösungsmitteln und Schwermetallen belastet) werden auf Rieselfelder geleitet obwohl eine Abwasseraufbereitung vorhanden, in Lackierhallen gibt es keine Absaugung und Reinigung, es wird viel im Freien lackiert. Lacke und Lösungsmittel versickern ungehindert im Boden. Schleifstaub und andere Abgase werden ungefiltert in die Luft abgeleitet.
Der Fahrer unseres Nachbarn steht Morgens eine halbe Stunde mit laufendem Motor vor dem Haus.
Die Sekretärin im Betrieb läßt die Aircon bei geöffnetem Fenster laufen.


Das sagt Wikipedia dazu:

Erst seit den 1970er Jahren gibt es Ansätze für Umweltpolitik, wobei wirkliche Anstrengungen erst seit etwa fünf Jahren unternommen werden, besonders seitdem Peking den Zuschlag für die Olympischen Spiele 2008 bekommen hat. Zentrale staatliche Umweltregulierungsbehörde ist die State Environmental Protection Administration. Durch das enorme Wachstum der chinesischen Wirtschaft wächst der Druck auf die natürlichen Ressourcen derzeit rasant. Die Regierung hat die Problematik erkannt, so dass der Nationale Volkskongress auf seiner Sitzung im März 2006 in seinem neuen Fünfjahresplan beschlossen hat, dass er nicht mehr Wachstum um jeden Preis will. Der Energieverbrauch gemessen an der Wirtschaftsleistung soll bis 2010 um 20 Prozent verringert werden, der Wasserverbrauch soll um 30 Prozent und der Schadstoffausstoß um 10 Prozent fallen.

Am 14. Oktober 2007 kündigte Staatsoberhaupt Hu Jintao zum Auftakt des 17. Parteikongresses der Kommunistischen Partei eine „gerechtere Verteilung des Wohlstands“ an. Zitat: Unser Wirtschaftswachstum wird mit unmäßig hohen Kosten bei unseren Rohstoffen und unserer Umwelt erzielt. Er führte weiter aus:
Zitat: Wir werden ein System errichten, das zum Energiesparen und zur Reduzierung von Abgasen verpflichtet. Wie die Friedrich-Ebert-Stiftung konstatierte, ist die Umweltgesetzgebung Chinas auf dem Papier schon seit Jahren in vielen Bereichen vorbildlich. Aufgrund der weit verbreiteten Korruption in allen Bereichen von Politik und Wirtschaft werden diese Richtlinien jedoch nur vollkommen unzureichend umgesetzt. Zudem sind einige Entscheidungen der Regierung nicht konsequent. So will China seine Kohleförderung von 2006 bis 2010 um 18 Prozent erhöhen. (Von 2000 bis 2005 erhöhte sie sich bereits um 70 Prozent.)

Die bedenkliche Entwicklung der Umwelt Chinas und die zunehmende Zerstörung von Wäldern, die mit der drohenden Ausrottung seltener Arten einhergeht (Beispiel: Großer Panda), haben schon in den Achtzigern zum Aufkeimen einer nationalen Umweltbewegung geführt. Entscheidende Impulse gab die UNO-Umweltkonferenz in Rio 1992. Zahlreiche Umweltorganisationen wurden in den folgenden Jahren zunächst in Peking, später auch in anderen Landesteilen ins Leben gerufen. Häufig geht die Gründung auf die Initiative von Einzelpersonen zurück, die Kontakt zu ausländischen Organisationen hatten. Beispiele für chinesische Umwelt- und Naturschutzorganisationen sind „Friends of Nature“ (FON – Ziran Zhi You) mit 5.000 Mitgliedern, „Global Village of Beijing“ (GVB – Beijing Diqiu Cun). Studentische Umweltorganisationen mit mehreren hundert Mitgliedern existieren mittlerweile an jeder größeren Universität. Die Organisationen „Yunnan Green Watershed“ und „Green Earth Volunteers“ sind unter anderem durch die Koordination des Protestes gegen die geplanten Großstaudammprojekte in Südwestchina (siehe Drei-Schluchten-Damm) bekannt geworden, die als „Hot-Spot“ der Umweltzerstörung in China gelten. Neben den einheimischen unterhalten auch zahlreiche internationale Nichtregierungsorganisationen in China Repräsentanzen und unterstützen Projekte. Obwohl die aufkeimende chinesische Umweltbewegung in ihrem Engagement gegen die mächtigen Industrie- und Wirtschaftsinteressen an Profil gewonnen hat, wird es noch einige Jahre dauern, bis sie völlig unabhängig agieren kann,, dennoch proklamiert selbst die Partei ein neues Umweltbewusstsein, was am 11. März 2008 im chinesischen Nationalkongress zur Verleihung des Ministerialstatus an die staatliche Umweltschutzbehörde SEPA führte. Staatsrat Hua Jianmin sagte: Umweltschutz ist ein fester Bestandteil der Politik in unserem Land und unerlässlich für das Bestehen und die weitere Entwicklung Chinas. Zhou Shengxian wurde zum Minister für Umweltschutz ernannt und die nicht von allen geliebte Behörde SEPA in Ministerium für Umweltschutz der Volksrepublik China (Ministry of Environmental Protection of the People's Republic of China) umgetauft. Ein erweiterter Handlungsspielraum war die Folge.

Mit der Errichtung der Grünen Mauer hat sich China das größte Aufforstungsprojekt der Menschheitsgeschichte vorgenommen. Insgesamt sollen 350.000 Quadratkilometer Land mit Bäumen bepflanzt werden um einen Grüngürtel zwischen dem trockenen Norden und dem fruchtbaren Süden zu bilden. Für knapp 20 % des Graslandes wurde zudem ein totales Weideverbot verhängt. Seit 2000 konnte so ein Rückgang des Ausmaßes der jährlich versandenden Fläche erreicht werden. Ziel ist es zunächst, bis 2010 die Desertifikation zu stoppen, um dann bis 2050 die versandeten Flächen zu sanieren.


 
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